Wir freuen uns über den Erfolg unserer bisherigen Arbeit und versuchen beständig, diese zu verbessern. Darum gehen wir über unsere eigen-geführte Infostandkampagne neue Wege mit unseren DialogerInnen, mit unserem Qualitätsanspruch und mit allen, die Amnesty International In Zukunft unterstützen möchten.

Die Amnesty-eigenen Infostandkampagnen ermöglichen es uns, noch näher an unseren Kampagnenthemen zu sein – thematisch und praktisch. Wir sind sicher, eine aktuelle und kampagnengerechte Gestaltung hat positiven Einfluss auf die Qualität der von uns vermittelten Inhalte.

Zwingend ist es für uns, die Arbeitsbedingungen und die Vergütung unserer DialogerInnen optimal zu gestalten und die Ansprache so offen, respektvoll und verträglich zu gestalten, wie wir nur können. So legen wir die Grundlage erfolgreicher Kommunikation für die Menschenrechte.

Download Q&A-Katalog
?WAS IST DIE AUFGABE DER AMNESTY SERVICEGESELLSCHAFT?
Die Servicegesellschaft von Amnesty International führt die Amnesty-eigenen Infostandkampagnen zur Gewinnung von Förderern/innen für unsere Menschenrechtsarbeit durch. Dafür rekrutiert sie DialogerInnen, also Menschen die im öffentlichen Raum interessierte Passanten ansprechen. Sie schult diese zu den Inhalten von Amnesty und auf eine adäquate, qualitative Ansprache. Sie plant die Einsätze der DialogerInnen und stellt das Material sowie die Verwaltung bereit, die zur Durchführung der Infostandkampagnen notwendig sind. Die Servicegesellschaft gehört wie der Verein zur Sektion von Amnesty International Deutschland.
?WARUM WILL AMNESTY INTERNATIONAL DEUTSCHLAND IN ZUKUNFT AUCH SELBST INFOSTANDKAMPAGNEN DURCHFÜHREN?
Die Infostandkampagnen sind die derzeit erfolgreichste Einzelmaßnahme zur Unterstützergewinnung der deutschen Sektion von Amnesty. Über die Hälfte der aktuell knapp 75.000 Förderinnen und Förderer wurden über diese Maßnahme gewonnen. Eine Durchführung der Infostandkampagnen durch Amnesty selbst bringt klare Vorteile der Amnesty-spezifischen Gestaltungsmöglichkeit und einer größeren Kontrolle dieser wichtigen Maßnahme. Amnesty hat so die Möglichkeit, den Qualitätsmaßstab der Infostandkampagnen neu und Amnesty-spezifisch zu definieren. Mit der eigenen Durchführung heben wir uns von anderen Organisationen, die ausschließlich mit Agenturen zusammenarbeiten, deutlicher ab. Neben den Möglichkeiten höherer Einflussnahme und besserer Abgrenzung ergibt sich ein weiterer Vorteil aus der einfacheren Kooperation und Kommunikation mit den jeweiligen Amnesty-Gruppen vor Ort.
?WELCHE VERÄNDERUNGEN BEWIRKT DIE EIGENE DURCHFÜHRUNG GEGENÜBER DER ZUSAMMENARBEIT MIT DIENSTLEISTERN?
Mit der eigenen Durchführung von Infostandkampagnen übernimmt Amnesty nicht nur die Kontrolle, sondern auch die Verantwortung für diese eigengeführte Maßnahme. Das bedeutet auch, dass die arbeitgeberischen und finanziellen Risiken bei Amnesty International liegen. Die DialogerInnen und alles weitere Personal werden von Amnesty angestellt und gemäß Amnesty-Richtlinien beschäftigt. Auch der Gewinn ebenso wie mögliche Verluste aus dieser Maßnahme liegen bei diesem Ansatz in unserer Verantwortung.
?SOLL DIE ZUSAMMENARBEIT MIT DEM AGENTUR-DIENSTLEISTER NUN BEENDET WERDEN?
Der Auf- und Ausbau der von Amnesty eigen-geführten Infostandkampagnen erfolgt sukzessive, um die beabsichtigte Qualitätssteigerung bei gleichbleibend kleinem Risiko umzusetzen. Deshalb muss die Amnesty Servicegesellschaft mindestens in den ersten vier Jahren im Parallelbetrieb mit unserem jetzigen langjährigen Dienstleister, der Agentur DialogDirekt, weiterlaufen.
?EIN ARGUMENT FÜR DIE EIGENE DURCHFÜHRUNG VON INFOSTANDKAM-PAGNEN SIND BESSERE STANDARDS IM OPERATIONALEN BETRIEB. WELCHE SIND DIESE STANDARDS UND WIE WERDEN SIE REALISIERT?
Die größere inhaltliche Nähe zum Satzungsauftrag von Amnesty und die höheren Qualitätsstandards fordern eine unaufdringliche und schulungskonforme Ansprache potentieller Förderer und Förderinnen. Im Bereich UnterstützerInnen-Gewinnung und -Anzahl gilt für uns daher ein deutliches: Qualität vor Quantität! Durch die eigen-geführten Infostandkampagnen haben wir auch größeren Einfluss auf die Gestaltung von Arbeitsverhältnissen und Vergütungsmodellen. Besonders wichtig sind uns hierbei die Maßgaben des Mindestlohns sowie eine DZI*- und ILO**-konforme Vergütung aller Angestellten. *Deutsches Zentralinstitut für Soziale Fragen **International Labor Organisation
?WIE WERDEN DIE dialogerinnen AUF IHREN EINSATZ VORBEREITET? WIE WIRD DIE QUALITÄT DER INFOSTANDKAMPAGNEN ÜBERPRÜFT?
Unsere DialogerInnen werden vor ihrem Einsatz umfangreich geschult und zwar sowohl in Sachen Ansprache, Gesprächsführung und Abschluss als auch in Bezug auf unsere spezifischen Qualitätskriterien und inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit von Amnesty International. Die Schulung erfolgt an einem Wochenende vor dem Ersteinsatz der neuen DialogerInnen, die übrigens während ihres gesamten Einsatzes zusätzlich gecoacht werden. Die Arbeit unserer DialogerInnen vor Ort und die Einhaltung unserer Qualitätskriterien wird durch einen Qualitätsbeauftragten regelmäßig überprüft. Bei Bedarf erfolgt eine Nachschulung einzelner DialogerInnen.
?NACH WELCHEN KRITERIEN WERDEN DIE ANGESTELLTEN BZW. DIE Dialoger BEZAHLT? IST DIE BEZAHLUNG GANZ ODER TEILWEISE ERFOLGSABHÄNGIG?
Die DialogerInnen und alles weitere Personal stehen in einem Angestelltenverhältnis von Amnesty International und werden gemäß Amnesty-Richtlinien beschäftigt. Sie werden nach einem DZI- und ILO-konformen Vergütungsmodell bezahlt. Unsere DialogerInnen bekommen dabei einen garantierten Mindestlohn und einen erfolgsabhängigen Bonus, der sich auf das Alter der gewonnenen UnterstützerInnen und die Dauer ihres jeweiligen Beschäftigungsverhältnisses bezieht.
?WIE KANN ICH MICH ENGAGIEREN? WIE WERDE ICH dialogerin FÜR AMNESTY INTERNATIONAL?
Wir freuen uns, wenn Sie sich für ein Engagement als Dialogerin oder Dialoger für Amnesty International interessieren. Grundsätzlich kann sich jede/jeder für den Einsatz in unseren Infostandkampagnen bewerben. Die Voraussetzungen für eine gute Zusammenarbeit sind hohe kommunikative und soziale Kompetenzen, körperliche Fitness, Geduld und eine hohe Frustrationstoleranz sowie Spaß an der aktiven Zusammenarbeit in einem Team. www.amnesty-job.de
?WARUM KANN DIE AMNESTY SERVICEGESELLSCHAFT GEMEINNÜTZIG ARBEITEN, OBWOHL SIE WIRTSCHAFTLICH TÄTIG IST?
Für die Amnesty Servicegesellschaft wurde die Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH) gewählt. In der Satzung werden die gesellschaftsrechtlichen Elemente der GmbH mit den Anforderungen des Gemeinnützigkeitsrechts verbunden.
?WIE WERDEN DIE AMNESTY-GRUPPEN VOR ORT IN DIE PLANUNG DER INFOSTANDKAMPAGNEN EINGEBUNDEN?
Der Aufbau einer eigenen rentabel operierenden Infostandkampagne für Amnesty setzt die breite Zustimmung durch Gruppen und Bezirke über Einsatzstädte und Einsatzzeiträume voraus. Für jedes neue Kampagnenjahr erstellt die Servicegesellschaft eine Planung der Einsatzorte nach Kalenderwochen. Die Planung wird den BezirkssprecherInnen oder den von ihnen bestimmten Ansprechpersonen mitgeteilt. Natürlich haben Gruppen und Bezirke weiterhin Vorrang bei den Standplätzen während Aktionen. Die Planung der Einsatzorte soll eine verlässliche Grundlage zur Umsetzung des Amnesty-Direktdialogs sein. Aufgrund nicht planbarer Ereignisse (Großveranstaltung u.a.) kann es aber dennoch kurz- und mittelfristig zu Veränderungen kommen. Sollte es also notwendig sein, einen Einsatzort früher als geplant zu verlassen und somit auch früher als geplant in eine andere Stadt zu wechseln, ist vereinbart, dass die BezirkssprecherInnen nach Möglichkeit eine Woche vorher informiert werden. Bei Beschwerden oder Problemen stehen die Kampagnen-/Regio-LeiterInnen unserer Infostandkampagnen als Ansprechpartner bereit.